Was sind magnetische Separatoren und Magnetabscheider?
Definition
Ein Separator oder Magnetabscheider ist ein magnetisches Werkstück, das magnetisierbare Bestandteile aus einem Materialstrom, bspw. von einem Fließband, entfernt. Er schützt Maschinen und Produkte vor Eisenteilen, Spänen und Abrieb, oder trennt gezielt magnetische Wertstoffe von nicht magnetischen Stoffen. Gebräuchliche Synonyme sind Magnetscheider, Separationsmagnet und Stabseparator.
Wir bezeichnen unsere Produkte in diesem Bereich als Magnete zur Separation und Reinigung. Sie gliedern sich in Filterstäbe und Filterroste, Plattenseparationsmagnete, Magnetbesen und Suchmagnete (Magnete zur Separation und Reinigung).
Funktionsprinzip
Die Trennwirkung beruht auf der Kraft, die ein Magnetfeld auf magnetisierbare Partikel ausübt. Ferromagnetische Teilchen wie Eisen, Stahl oder Nickel werden angezogen und aus dem Materialstrom entfernt, während nicht magnetische Stoffe ungehindert passieren. Wichtige Einflussgrößen sind:
- Magnetfeldstärke: bestimmt, wie stark ein Partikel angezogen wird.
- Feldgradient (räumliche Änderung der Feldstärke): wichtig für schwach magnetische und feine Partikel.
- Partikelgröße und Magnetisierbarkeit: bestimmen, ob und wie sicher ein Partikel abgeschieden wird.
Magnetwerkstoffe
Werkstoff | Einsatz in Separationsmagneten |
Ferrit | Wirtschaftliche Standardlösung für Schüttgut, Förderbänder und Schüttrinnen |
Neodym (NdFeB) | Hohe Feldstärke, z. B. für feine Eisenstäube und Stab- bzw. Suchmagnete |
SmCo, AlNiCo | Für erhöhte Temperaturanforderungen bzw. spezielle Anwendungen |
Bauformen und Produktbeispiele
Filterstäbe und Filterroste: Magnetische Stabseparatoren und Filterroste reinigen körnige, pulvrige und flüssige Medien von Eisenpartikeln. Die Partikel haften an der glatten Edelstahlhülle und werden durch Abstreifen oder mit Druckluft entfernt (Filterstäbe und Filterroste)
- Stabseparatoren: Stäbe mit Gewinde zur flexiblen Montage in Fördersystemen.
- Filterroste: Mehrere Stabseparatoren werden zu quadratischen oder runden Rosten verbunden, für Volumenströme und Schüttgüter.
- Tauchseparatoren: Für Medien wie Kühlemulsionen und Erodierölen oder in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie.
- Spänesammler: Zum händischen Filtern von Schüttgut und anderen Medien von Spänen und anderen Eisenteilen.
Plattenseparationsmagnete
Plattenseparationsmagnete sind flache Magnetsysteme für Schüttgut, Granulat und Rohstoffströme. Sie werden über seitliche Innengewinde M5 montiert, typischerweise hängend über dem Förderband, alternativ an der Wand eines Produktkanals oder unterhalb eines Produktstroms. Unsere Plattenseparationsmagnete fangen Eisenverunreinigungen ab 0,5 mm ein, sind bis 100 °C temperaturbeständig und werden manuell durch Abstreifen gereinigt. Für sehr breite Ströme werden mehrere Platten nebeneinander befestigt (Plattenseparationsmagnete).
Unser Programm umfasst fünf Größen mit Breiten von 103 mm und Längen von 200 bis 610 mm, mit starken Ferrit-Magneten.
Magnetbesen
- Hand-Magnetbesen: einhändig bedienbar, mit Freigabefunktion am Griff, Breiten von 400 bis 1000 mm
- Stapler-Magnetbesen: Einhängen an den Zinken eines Gabelstaplers, Breite 1220 mm, für große Flächen und Parkplätze
Suchmagnete
Suchmagnete holen heruntergefallene Eisenteile wie Schrauben, Nägel und Muttern aus Ecken, Fugen und Maschinenzwischenräumen, ohne dass man sich bücken muss. Im Sortiment sind starke Neodym-Magnete in festen Längen von 457 bis 525 mm sowie teleskopierbare Modelle bis 1100 mm Länge. Einige Varianten haben eine LED-Leuchte oder eine abschraubbare Magnetspitze, die als Kappe für einen Kugelschreiber dient (Suchmagnete).
Weitere Bauformen in der Industrie
- Überbandmagnet: quer über dem Förderband, zieht Eisenteile aus dem Gut, schützt Brecher und Mühlen.
- Trommelmagnet: rotierende Trommel mit Magnetsystem, für Schüttgüter und Nassaufbereitung.
- Magnetfilter für Flüssigkeiten: Gehäuse mit Magnetstäben oder Magnetkassetten in Kühl- und Schmierstoffen.
- Hochgradient-Magnetscheider (HGMS): ferromagnetische Matrix zur Abscheidung sehr feiner, schwach magnetischer Partikel, z. B. in der Keramik- oder Kaolinindustrie.
Einsatzgebiete
- Lebensmittel- und Pharmaindustrie: Schutz vor metallischen Fremdkörpern in Schüttgütern und Pulvern.
- Kunststoff- und Chemieindustrie: Entfernung von Eisenabrieb aus Granulaten und Rohstoffen.
- Recycling und Abfallwirtschaft: Abscheidung von Eisenschrott aus Abfall- und Recyclingströmen.
- Mineralaufbereitung: Anreicherung magnetischer Erze.
- Gießerei und Metallverarbeitung: Abtrennung von Spänen aus kühlschmierstoffhaltigen Medien.
- Werkstatt, Lager und Betriebsgelände: Reinigung von Böden und Schutz vor Reifenschäden.
Wartung und Sicherheit
- Regelmäßiges Abstreifen oder Entleeren, damit abgeschiedene Teile nicht in den Materialstrom zurückfallen.
- Schutz der Magnete vor Stößen und hohen Temperaturen, da diese die Magnetisierung verringern können.
- Beachtung der Gefährdung durch starke Magnetfelder, z. B. für Herzschrittmacherträger und elektronische Geräte.